Nominierungen zum Deutschen Zukunftspreis 2017: Team 2 – macht Roboter zu einfühlsamen Gefährten

Statements von Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin zu „Mittelpunkt Mensch - Roboterassistenten für eine leichtere Zukunft“

Der Deutsche Zukunftspreis gehört zu den wichtigsten Innovationsauszeichnungen in Deutschland. Zu den wesentlichen Kriterien des Preises des Bundespräsidenten für Technik und Innovation zählen eine innovationsstarke Forschungsleistung und die Marktfähigkeit des Produktes. Drei Teams wurden von der Jury für die mit ihren Arbeiten für die Preisvergabe 2017 nominiert.

Hier die Statements von Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin zu
„Mittelpunkt Mensch - Roboterassistenten für eine leichtere Zukunft“

Anmoderation:
Eigentlich ist das schon eine Story an sich. Er hätte in diesem Jahr Professor an zwei der renommiertesten Universitäten der Welt, nämlich in Cambridge und Stanford, werden können. Beide wollten ihn haben. Und wissen Sie was: er sagte ab! Lieber blieb er in Deutschland, um hierzulande die Entwicklung von einer ganz neuen Generation von Robotern auf den Weg zu bringen. Roboter, die vielleicht auch irgendwann bei Ihnen zu Hause stehen werden. Gemeinsam mit seinem Team ist Sami Haddadin jetzt für den Deutschen Zukunftspreis nominiert worden.

Beitrag:
Nein – diese Roboter haben nichts mehr mit den Tonnen schweren und Millionen teuren Schwergewichten aus den großen Fabrikhallen zu tun. Diese Roboter, hergestellt von der Firma Franka Emika im beschaulichen Allgäu vor prächtiger Alpenkulisse, tasten sich geschmeidig durch Ihre Wohnung und werden von Tag zu Tag schlauer. Ihr geistiger Vater ist Prof. Sami Haddadin.

O-Ton Prof. Dr.-Ing Sami Haddadin
„Wir haben uns damit beschäftigt, einen intelligenten lernfähigen und interaktiven Roboterassistenten zu entwickeln, der es ermöglicht, Robotertechnologie für jedermann verfügbar zu machen, und zwar als flexibles einsetzbares Werkzeug, das jedermann bedienen kann, vom 12jährigen Schulkind bis zum ungelernten Arbeiter.“

Bedienbar durch jedermann sollen die neuen Helfer in jedem Haushalt einsetzbar sein und damit zum Beispiel Anwendern wie alten und behinderten Menschen das Leben erleichtern.

O-Ton Prof. Dr.-Ing Sami Haddadin
„Über die Assistenzroboter wird es beispielsweise möglich sein, einfache Tätigkeiten im Alltag durchzuführen, dass man eben noch selbstbestimmt zu Hause wohnen kann. Es wird ein völlig neues Kommunikationsmedium sein. Man kann den Roboter als Avatar nutzen. Stellen Sie sich vor, der Arzt macht den virtuellen Hausbesuch und der Gang zum Arzt wird dadurch enorm erleichtert und die Implikation für eventuelle Notfälle im Haus sind natürlich offensichtlich.“

Die Roboter von Haddadin und seinem Team verfügen dabei über eine erstaunliche Lernfähigkeit, die sich in den nächsten Jahren durch eine weltweite Community exponentiell steigern soll. Und: sie sind erschwinglich. Mit Preisen unter 10.000 Euro erschließen sich komplett neue Zielgruppen.

O-Ton Prof. Dr.-Ing Sami Haddadin
„Die Produktion ist vollständig in Deutschland. Das Produkt ist „made in Germany“. Demzufolge wird es auch so sein, dass die Planzahlen vorhersagen, dass das Produkt innerhalb eines Jahres zum meistverkauften Robotersystem der Welt anvisieren wird. Es sind 4500 Systeme anvisiert.“

Die Erfolgsgeschichte des jungen Nominierten-Teams – keiner von ihnen hat die 40 Jahre erreicht - scheint unaufhaltsam. Die Nominierung zum Deutschen Zukunftspreis ist dabei ein weiterer Meilenstein.

Die Bekanntgabe der Gewinner des Deutschen Zukunftspreises 2017 durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier findet in der Preisverleihung am 29. November 2017 in Berlin statt.