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„Aus Ideen Erfolge machen. Für die Menschen. Für das Land.“

Diesem Gedanken folgen die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger, die in der Dauerausstellung zum
Deutschen Zukunftspreis seit Ende 2006 im Deutschen Museum in München zu sehen sind.

Modul der Preisträger 2020

Die Präsentation von jeweils zehn der preisgekrönten Projekte zeigt die wissenschaftliche Exzellenz und nachhaltige Wirkung der jeweiligen Innovation. Die Ausstellung stellt die beteiligten Forscherinnen und Forscher als Menschen und als und Vorbilder dar, deren Leistungen in der „Hall of Fame“ gewürdigt werden.

Wie in einem monumentalen Wechselrahmen werden an der Stirnseite der Ausstellung übergroße Schwarz-Weiß-Portraits diese Persönlichkeiten präsentiert, die „Hall of Fame“ als das moderne Pendant zum Ehrensaal des Deutschen Museums. Das Archiv mit allen Aktivitäten zum Preis und das „Emeritus-Modul“, das Informationen, über die nicht mehr in der Ausstellung gezeigten Preisträgerprojekte beinhaltet, schließen diese Installation ab. Auf der gegenüberliegenden Seite sind alle diejenigen namentlich benannt, deren Innovationen in die Endauswahl des Deutschen Zukunftspreises gelangten: Forscherpersönlichkeiten, die zum „Kreis der Besten“ gehören.

Die preisgekrönten Arbeiten der Preisträger sind auf Projektinseln inszenatorisch dargestellt. Jedes der zehn Module hat ein „Einfallstor“, eine sinnlich-spielerische Einladung, sich mit dem Projekt zu beschäftigen. In Vertiefungsebenen der Ausstellungsmodule werden der wissenschaftliche Hintergrund, die Erklärung der Innovationen und ihre wirtschaftliche wie gesellschaftliche Bedeutung behandelt. In kurzen Statements sind Einstellungen und Erfahrungen der Preisträgerinnen und Preisträger dokumentiert.

Die Gestalt der Vitrinen und der einzelnen Module ist kantig. Ihre Grundform beschreibt ein unregelmäßiges Pentagramm, das sich konkretisiert und zum gefestigten, sicheren Rechteck entwickelt: Hinweis auf den Arbeitsprozess des Forschens und Entwickelns. Die Illustration der Wegstrecke von einer Idee, die zu einem Projekt wird, um schließlich im konkreten Produkt ihren Abschluss zu finden.Exzellenz, Erlebnis und Würdigung – diese Leitthemen spiegeln sich in der Umsetzung der Ausstellung wider. Sie informiert über die Ziele des Deutschen Zukunftspreises, verdeutlicht seine besondere Stellung als Preis des Bundespräsidenten.

In medialen Vertiefungsebenen werden ausführlich die Dringlichkeit und gesellschaftliche sowie die wirtschaftliche Relevanz der Innovation behandelt. Fakten und Einzelheiten des Weges von der Idee zur Innovation werden anhand zweier interaktiver Screens nachvollziehbar. Neben diesen textlichen und grafischen Erklärungen kann der Besucher in den Objektvitrinen mehr über weitere Aspekte des Projektes erfahren.

Und nicht zuletzt sind die Personen hinter den herausragenden wissenschaftlichen Leistungen von besonderem Interesse. In Statements kommen die Preisträger zu ihren „Lebenswegen“, der Bedeutung und dem Werden ihrer Innovation zu Wort. Sie geben Aufschluss über Ursache und Wirkung eines jeweils außergewöhnlichen Forschergeistes.

 

Ausstellungsgestaltung:
Modul der Preisträger 2020

Die fortschreitende Digitalisierung erzeugt immer mehr Daten, die immer schneller verarbeitet werden müssen. Dafür sind neue Mikrochips erforderlich, deren Leistungsfähigkeit weit über das bisher Mögliche hinausreicht. Sie lassen sich mit herkömmlicher Technik aber nicht herstellen.

Dieses Problem haben die Preisträger 2020, Dr. Peter Kürz, Dr. Michael Kösters und Dr. Sergiy Yulin mit ihren Teams gelöst: durch die Entwicklung der EUV-Lithographie – einer innovativen Technologie, die auf extrem ultraviolettem Licht basiert.

Dazu haben sie die Grenzen des bisher technisch Machbaren drastisch verändert, unter anderem durch ein neuartiges optisches System und eine Lasertechnik, die das Herzstück der neuen Anlagen für die EUV-Chipproduktion sind. Mit ihrer Innovation haben sie einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass sich mikroelektronische Bauteile mit extrem feinen Strukturen fertigen lassen. Gordon Moore, einer der Mitbegründer von Intel, hat 1965 in seinem Satz „Die Anzahl der Transistoren auf einem Mikrochip verdoppelt sich alle zwei Jahre“ postuliert. Bis heute gilt das „Mooresche Gesetz“ – nicht zuletzt dank der EUV-Lithographie.

Präzision, Leistung, Exzellenz – das definiert das Ergebnis der Arbeiten dieser Preisträger und das spiegelt sich in drei herausragenden Werkstücken, die in der Wandvitrine des Moduls zu sehen sind.
Raumgreifend der „Resonator“, ein Bestandteil der Plasma-Lichtquelle, mit der in der EUV-Lithographiemaschine das für die Produktion der neuartigen Chips notwendige EUV-Licht mit der Wellenlänge von 13,5 nm erzeugt wird.

Oberhalb dieser faszinierenden Entwicklung ist ein großer EUV-Spiegel positioniert, der eine besondere Beschichtung aufweist, sodass er extremes UV-Licht reflektieren kann. EUV-Lithographiemaschinen arbeiten nicht mit Linsen, sondern mit Spiegeln, die das EUV-Licht mit bisher nicht erreichter extremer Präzision von der Lichtquelle lenken. Damit werden die Strukturen einer Fotomaske, die letztlich die Beschaffenheit der Chips definieren, außerordentlich exakt auf den Wafer abgebildet.

Mit dem dritten Objekt erfolgt der Rückgriff in die historische Entwicklung der Technologie: man sieht ein „Micro Exposure Tool“ aus dem Jahr 2000, eine erste EUV-Projektionsoptik für kleine Belichtungsfelder.

Im Modul selbst wird er der aufwändige Prozess der EUV- Lithographie ausführlich anhand der verschiedenen Komponenten, hier auch kleinerer Exponate, erläutert. Mit einem Hands-on-Exponat können die Besucher*innen erfahren, wie wichtig die Beschichtung eines Spiegels für seine Funktion in der EUV-Lithographie ist. Statements der drei Preisträger, im Medienterminal des Moduls verortet, geben Aufschluss darüber, wie langwierig und komplex der Entwicklungsprozess war und wie man gemeinsam zum Erfolg gekommen ist.