Nominiert für den Deutschen Zukunftspreis 2019

Team 3 – macht kleinste Veränderungen im menschlichen Körper sichtbar

Hier die Statements zum Projekt „Ultra-Hochfeld-MRT – Präzisionsmedizin zum Wohl der Patienten“.

Anmoderationsvorschlag:
Medizin-Projekte haben beim Deutschen Zukunftspreis eine lange Tradition. Die letztjährigen Preisträger entwickelten beispielsweise einen Wirkstoff gegen eine oft tödlich verlaufende Viruserkrankung bei Transplantationspatienten. Und auch in diesem Jahr wird eins der nominierten Projekte vielen Patienten Hoffnung machen.

Beitrag/Sprecher:
Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist eine zentrale Technologie zur Diagnostizierung und Behandlung insbesondere neurologischer Erkrankungen. Die Bilder und Auflösungen wurden in den letzten Jahrzehnten immer besser – jetzt gibt es aber einen weiteren Quantensprung für den Einsatz im klinischen Bereich: das 7 Tesla Ultra-Hochfeld-MRT. Christina Triantafyllou, Sprecherin des nominierten Teams

O-Ton Christina Triantafyllou, Ph.D. :
„Ultrahochfeld-MRT ermöglicht die frühe Erkennung von schweren Krankheiten. Patienten profitieren von dieser frühen Diagnose und haben eine größere Chance für bessere Lebensqualität.“

In der Tat - das 7 Tesla Ultra-Hochfeld-MRT ermöglicht Bilder in bisher nicht erreichter Auflösung. Juror Prof. Ulrich Bruhnke

O-Ton Prof. Ulrich Bruhnke:
„Es gab es ja in der Richtung in Forschungslaboren schon. Aber da waren die Geräte so groß, die konnten nicht transportiert werden. Und dem Team ist es jetzt gelungen, die Geräte kompakter zu machen. Und, wenn man sieht, was es bedeutet in der Bildauswertung – ich denke, das ist ein Riesenschritt nach vorn.“

Mit der nun erfolgten Zulassung für den klinischen Bereich haben Mediziner ganz neue Möglichkeit der Diagnose. Sagt Teammitglied und Neurologe Prof. Arnd Dörfler.

O-Ton Prof. Dr. med. Arnd Dörfler:
„Wir können im Submilimeterbereich kleinste Strukturen sehen, damit auch pathologische Veränderungen zuverlässiger erkennen. Wir können zum Beispiel bei der Multiplen Sklerose kleinste Läsionen früher und zuverlässiger erkennen, somit die Diagnose zuverlässiger stellen.“

Und im Fall von Multipler Sklerose weiß man: Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto weniger stark erfolgen die Krankheitsschübe. Ebenfalls profitieren werden von der neuen Technik Epilepsie-, Demenz- oder Tumorpatienten, um nur wenige Einsatzfelder zu nennen.

Das Entwicklerteam kommt von der Uni Erlangen-Nürnberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum sowie Siemens Healthineers. Siemens Healthineers unterstreicht mit der Nominierung seine Ausnahmestellung bei bildgebenden Diagnoseverfahren. Bereits vor zwei Jahren war ein Team für die 3-D-Darstellung von MRT-Aufnahmen für den Deutschen Zukunftspreis nominiert.