Thrombosen - sind eine der häufigsten Todesursachen in westlichen Industrieländern. Gegen diese gefährliche Erkrankung gibt es jetzt eine wirkungsvolle und unkomplizierte Therapie, die sich durch einen sehr effizienten Wirkmechanismus auszeichnet.
Das neue Medikament basiert auf dem Wirkstoff Rivarobaxan. Dieser Wirkstoff greift selektiv und gezielt in die biochemischen Abläufe während der Blutgerinnung ein. Das verhindert, dass diese unkontrolliert ablaufen – und gesundheitsgefährdende Gerinnsel entstehen, deren Folgen Embolien, Schlaganfälle oder Herzinfarkte sind.
Motor für die Thrombosenbildung ist das Enzym Faktor Xa. Es steuert die Synthese von Thrombin-Molekülen. Sie spalten Fibrogen zu Fibrin – dem „Klebstoff“ der Blutgerinnung. Indem er die Aktivität des Faktor-Xa-Enzyms hemmt, verringert der Wirkstoff Rivaroxaban das Thromboserisiko. Wichtig ist, dass er die Blutgerinnung nicht völlig verhindert, sodass der Körper weiterhin Blutungen, etwa nach einer Operation, stoppen kann.
Rivaroxaban hat in Studien nicht nur eine höhere Wirksamkeit gezeigt als die bisherigen Standardtherapien – bei vergleichbarem Sicherheitsprofil –, der Wirkstoff ermöglicht auch eine einfachere, eine orale Anwendung. Auch eine Kontrolle des Blutbilds während der Therapie sowie eine Anpassung der Dosis an Alter, Körpergewicht und Geschlecht des Patienten sind bei einer Behandlung mit Rivroxaban nicht erforderlich.
Die mit dem Deutschen Zukunftspreis 2009 ausgezeichneten Forscher, Dr. med. Frank Misselwitz, Dr. med. Dagmar Kubitza, Dr. rer. nat. Elisabeth Perzborn und ihr Teams haben den neuen Wirkstoff identifiziert und in einer vergleichweise kurzen Entwicklungszeit in ein höchst effizientes Medikament umgesetzt.
In der von Kuratorin Dr. Sabine Gerber moderierten Veranstaltung berichteten die beiden Preisträgerinnen, Frau Dr. Perzborn und Frau Dr. Kubitza über die verschiedenen Phasen der Wirkstoff-Findung und Entwicklung des Medikamentes. Eine Aufzeichnung des Wintervortrages ist in der Mediathek hinterlegt. Die preisgekrönte Innovation ist Mitte 2010 mit einem neuen Modul in der Dauerausstellung zum Deutschen Zukunftspreis im Deutschen Museum in München zu besichtigen.
