Der Daumen als persönlicher Schlüssel zur Welt von morgen: Biometrische Authentifizierung mit Fingertip-Sensoren für jedermann
Zahlreiche Geheimnummern und Paßwörter sind heute bereits Teil unseres alltäglichen Lebens: Mehrstellige PIN-Codes für Scheck- und Kreditkarte, Mobiltelefon oder Anrufbeantworter, schlecht merkbare Buchstaben- und Ziffernkombinationen für den Zugang zu Computern und Datennetzen oder für das Homebanking. Die Beispiele machen deutlich, wie groß unser Bedarf an Möglichkeiten und Verfahren ist, unsere Privatsphäre, vertrauliche Informationen und unseren Besitz zu schützen.
Der Bedarf an Sicherheit wird dramatisch ansteigen: Bargeldloser Zahlungsverkehr, elektronisches Geld (Cash Cards, grenzüberschreitend und währungsunabhängig), Versicherungsleistungen über Smart Cards (z.B. bereits heute: Krankenversicherungskarte), Einkaufen und Bezahlen über offene und ungeschützte Netze (Internet, Electronic Commerce). Das heutige Volumen des weltweiten Electronic Commerce wird konservativ auf sechs bis zwölf Milliarden Dollar geschätzt (Boston Consulting Group), für die Zeit nach der Jahrhundertwende werden Volumen größer 1000 Milliarden Dollar vorhergesagt (J. Chambers, Cisco).
Klassische Verfahren, die Berechtigung für eine Transaktion nachzuweisen, wie die PIN-Nummer oder das Paßwort (Authentifizierung durch Wissen) oder Schlüssel und Kreditkarte (Authentifizierung durch Besitz) bieten keinen ausreichenden Schutz vor Mißbrauch und sind manchmal nicht verfügbar: PIN-Nummern werden vergessen oder ausgespäht, Paßwörter werden erraten, Schlüssel und Kreditkarten werden vergessen, verloren oder gestohlen. 1995 belief sich die Schadenssumme allein der amerikanischen Kreditkartenfirmen auf ca. 1,5 Milliarden Dollar.
Biometrische Verfahren, wie Sprechererkennung, Iriserkennung, Gesichtserkennung, dynamische Unterschriftenerkennung, Handgeometrie und Fingerabdruck bieten zahlreiche Vorteile gegenüber den klassischen Verfahren: Sie sind für den Benutzer jederzeit verfügbar und können nur äußerst schwer gefälscht werden.
Die Authentifizierung anhand der Fingerlinien besitzt darüber hinaus besondere Vorteile:
Der letzte Punkt, niedrige Herstellkosten und damit geringer Preis, ist ein Schlüsselkriterium für den breiten Einsatz biometrischer Verfahren. Der von Siemens entwickelte „Biometrische Sensor Fingertip ©“ erfüllt diese Voraussetzung in hervorragender Weise.
Das neue Sensorsystem wurde von einem interdisziplinären Team von Wissenschaftlern, Entwicklern und Marketingexperten der Siemens AG und der Siemens AG Österreich in kürzester Zeit konzipiert und entwickelt. Der erste Demonstrator entstand in Rekordzeit von nur sieben Monaten durch Bündeln der bei Siemens verfügbaren Kompetenzen und mit Unterstützung eines internen Programms zur Förderung innovativer Geschäftsideen. Dank der breiten Aufstellung des Siemens-Konzerns (Halbleiter, Information und Kommunikation, Computer, Automobiltechnik usw.) ergeben sich vielfältige Geschäftsmöglichkeiten mit diesem Fingertip-Sensor.
Die Anwendungen, die zur Zeit untersucht werden, umfassen u. a.:
Das Vorschlagsrecht zum Deutschen Zukunftspreis obliegt den führenden deutschen Einrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Stiftungen.