
An Krebserkrankungen sterben weltweit jährlich etliche Millionen Menschen. Mit welchem Ansatz kann man sich der zerstörerischen Kraft von Tumoren wirksam entgegenstemmen?
Michael Strauss und seine Mitarbeiter haben gute Chancen, erstmals einen gentherapeutischen Ansatz in ein Medikament zur Krebsbehandlung umzusetzen. Michael Strauss ist Professor für Zellbiologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Berliner Humboldt Universität. Bis 1996 leitete er eine Arbeitsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft im Max Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch.
Auf der Basis dieser Erkenntnisse entwickelte Strauss eine neuartige Strategie zur Behandlung von Tumoren. Sie zielt darauf ab, durch Einbringen zweier bestimmter Gene in die Tumorzellen die Kontrolle über deren Wachstum und die Fähigkeit zum programmierten Absterben wiederherzustellen.
Um die Behandlungsstrategie zu einem ausgereiften Medikament weiterzuentwickeln, gründete der Forscher die Firma HepaVec. Deren Ziel ist es das Therapeutikum in den nächsten fünf Jahren bis zur klinischen Testphase zu bringen, die dann in Kooperation mit einem großen Pharmaunternehmen realisiert werden soll. Die Erkenntnisse wurden in zahlreichen Fachpublikationen veröffentlicht und durch bislang zehn Patente abgesichert. Der Forscher ist überzeugt, dass seine Firma gute Chancen hat, das erste erfolgreiche Gen-Medikament an den Markt zu bringen.
Das Vorschlagsrecht zum Deutschen Zukunftspreis obliegt den führenden deutschen Einrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Stiftungen.
Das Projekt „Neue Wege zur gentechnologischen Bekämpfung von malignen Erkrankungen“ wurde von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren vorgeschlagen.