Protector - Vorausschauendes Notbremssystem für Nutzfahrzeuge

(f.l.t.r.) Dipl.-Inform. Lorenz Schäfers, Dipl.-Ing. (FH) Ingo Scherhaufer, Dr.-Ing. Jürgen Trost

Dr.-Ing. Jürgen Trost (Spokesperson)
Dipl.-Inform. Lorenz Schäfers
Dipl.-Ing. (FH) Ingo Scherhaufer

DaimlerChrysler AG, Stuttgart

Immer mehr Lastkraftwagen rollen über die deutschen Straßen. Damit steigt die Gefahr folgenschwerer Unfälle.

Kann man Crashs mit Lkws weitgehend verhindern?

Mit einem System für Lastkraftwagen, das drohende Auffahrunfälle frühzeitig erkennt, den Fahrer warnt und notfalls eine automatische Bremsung einleitet, haben Jürgen Trost, Lorenz Schäfers und Ingo Scherhaufer einen wichtigen Schritt hin zu diesem Ziel getan. Jürgen Trost leitet die Vorentwicklung Mercedes-Benz Lkw, Lorenz Schäfers den Bereich Aktive Sicherheit in der DaimlerChrysler-Forschung, Ingo Scherhaufer ist Leiter Innovative Fahrzeugfunktionen der Vorentwicklung Mercedes-Benz Lkw bei der DaimlerChrysler AG in Stuttgart.

Verkehrszunahme gefährdet die Sicherheit

Der Güterverkehr auf den Straßen hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt - eine Entwicklung, mit der die Infrastruktur nicht Schritt halten konnte. Die stetig steigende Verkehrsdichte stellt eine Bedrohung für die Sicherheit auf den Straßen dar. Dazu tragen vor allem Lkw bei, die bei einem Unfall besonders schwere Schäden verursachen können. ABS und ESP sind weitgehend ausgereift - und können kaum zu einer weiteren Senkung des Unfallrisikos beitragen.

Neuartige Systeme, die sich auf Informationen aus dem Fahrzeugumfeld stützen, bieten jedoch die Chance, die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen. Ein imposantes Beispiel dafür ist das vorausschauende Notbremssystem „Protector“, das die nominierten Forscher bis zur Serienreife entwickelt haben.

Leistungsfähigkeit eindrucksvoll bewiesen

Ziel war es, die Unfallgefahr in bestimmten Verkehrssituationen deutlich zu verringern. Da Auffahrunfälle mit schweren Nutzfahrzeugen oft im Kolonnenverkehr entstehen, verursacht auch durch müde oder unaufmerksame Fahrer, haben die Forscher das Notbremssystem vor allem auf diesen Unfalltyp ausgelegt. Droht ein Auffahrunfall, wird zunächst der Fahrer zum Eingreifen veranlasst. Dazu kombinierten die Forscher verschiedene Warnelemente: Warnleuchten, Signaltöne und ein Rütteln weisen auf die Unfallgefahr hin. Greift der Fahrer trotzdem nicht ein, wird eine Notbremsung ausgelöst, bei der das System zusätzlich Hupe und Warnblinker am Wagen einschaltet. Die Hupe macht ein vorausfahrendes Fahrzeug auf den drohenden Auffahrunfall aufmerksam, das Blinklicht warnt den nachfolgenden Verkehr und hilft so, Folgeunfälle zu vermeiden.

Den Forschern gelang es, einen Algorithmus für das Warnsystem zu konzipieren, der zum einen bei vielen kritischen Verkehrssituationen korrekt warnt und bremst - zum anderen aber unter schwierig zu beurteilenden Rahmenbedingungen, etwa im innerstädtischen Verkehr, keine Fehlbremsungen generiert. Das System könnte schon bald in den ersten Nutzfahrzeugen serienmäßig zum Einsatz kommen.

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