Sichere Bewegtbildübertragung zum mobilen Teilnehmer

(f.l.t.r.) Prof. Dr. Gert Siegle, Dr. Hamed Amor

Prof. Dr. Gert Siegle (Spokesperson)
Dr. Hamed Amor

Robert Bosch GmbH, Bonn

Viele Menschen wollen auch unterwegs Filme und Fernsehsendungen anschauen - um sich zu unterhalten oder über aktuelle Neuigkeiten zu informieren.

Was ist erforderlich, um den Empfang von bewegten Bildern an jeden Ort stabil und störungsfrei zu ermöglichen?

Gert Siegle und Hamed Amor schufen die technischen Voraussetzungen dafür, dass Fernsehen auch unterwegs möglich wird. Gert Siegle ist Direktor Vebindungsstellen sowie Mitglied der Geschäftsleitung Forschung und Vorausentwicklung bei der Robert Bosch GmbH in Bonn. Hamed Amor ist Sprecher der Geschäftsleitung der Robert Bosch Multimedia-Systeme GmbH & Co. KG.

Die Bildübertragung bereitet Schwierigkeiten

Viele Menschen sind es heute gewohnt, jederzeit und überall auf aktuelle Informationen zugreifen und unterschiedlichste Unterhaltungsangebote nutzen zu können. Auch im Auto und in der Bahn wollen sie darauf nicht verzichten. Mit Musik und Sprache klappt das bereits seit langem recht gut - etwa durch die UKW-Übertragung im Radio und über das Mobiltelefon. Die Übertragung von TV-Bildern zum mobilen Teilnehmer hingegen funktionierte bislang nicht.

Wie empfindlich die Bildübertragung ist, kann jeder beobachten, der kleine Bewegungen mit einer Fernseh-Zimmerantenne macht: Das empfangene Bild wird dadurch instabil, die Farben verschwinden und die Kanten fransen aus. Derselbe Effekt tritt auf, wenn man Filme oder Fernsehsendungen in einem fahrenden Bus oder Zug empfangen möchte. Die heute in einigen ICE Zügen, Reisebussen und Flugzeugen gezeigten Videos kommen vom Band - sie sind nicht aktuell und können Live-Informationen nicht ersetzen.

Sicherer Empfang auch im Tunnel

In einem mehrjährigen Projekt gelang es den Forschern bei Bosch, dieses Problem zu lösen. Sie entwickelten eine Technologie für die Übertragung von bewegten Bildern, die auch in Fahrzeugen und selbst bei hoher Geschwindigkeit stabil funktioniert. Sie basiert auf einer Kombination verschiedener Methoden zur digitalen Signalverarbeitung und ist eine Weiterentwicklung des digitalen Hörfunks DAB (Digital Audio Broadcasting). Auf der Bahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Saarbrücken kommt die neue Technologie namens DMB (Digital Multimedia Broadcasting) seit 1997 in Deutschland erstmalig zum Einsatz. Die Passagiere in den Zügen auf dieser Fernverbindung bekommen live aktuelle Fahrgastinformation und ein Fernsehprogramm geboten. Dabei lassen sich einzelne Waggons mit unterschiedlichen Infos versorgen. Da das System eine sehr hohe Sendefrequenz von 1,5 Gigahertz nutzt, wird der Empfang auch in den zahlreichen Tunnels nicht unterbrochen.

Die Bosch-Forscher rechnen damit, dass DMB künftig auch in Zügen des Nahverkehrs, in U- und S-Bahnen, Straßenbahnen sowie in Bussen und Pkw genutzt wird.

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