Radar-Sensorik macht Hubschrauber allwettereinsatzfähig: Rettung auch bei Nacht und Nebel

(f.l.t.r.) Dr. Helmut Klausing, Dr. Günter Braun, Dr. Wolfgang Kreitmair-Steck

Dr. Günter Braun (Spokesperson)
Dr. Helmut Klausing
Dr. Wolfgang Kreitmair-Steck

Eurocopter Deutschland GmbH, München

Nach vielen schweren Verkehrsunfällen kann nur der Einsatz von Hubschraubern das Leben der Schwerverletzten retten. Doch die Helikopter sind auf gute Wetterverhältnisse angewiesen.

Wie können Hubschrauber auch bei schlechtem Wetter sicher starten, landen und fliegen?

Mit einem neuartigen radargestützten Flugführungs- und Hinderniswarnsystem machten Günter Braun, Helmut Klausing und Wolfgang Kreitmair-Steck Helikopter fit für einen Einsatz unter jeglichen Bedingungen. Günter Braun war bis Oktober 1997 bei der Daimler-Benz Aerospace-Dornier Satellitensysteme GmbH für Strategie, Marketing und Vertrieb von Komponenten und Technologie sowie für Kommunikationssysteme zuständig. Helmut Klausing ist bei der Siemens AG im Bereich Private Kommunikationssysteme tätig und Wolfgang Kreitmair-Steck ist Programmleiter Systemtechnologie-Forschung bei MBB.

Oft müssen die Retter am Boden bleiben

Etwa jeder dritte Verkehrsunfall mit Personenschäden ereignet sich bei Dunkelheit - und ist damit für eine Luftrettung der Verletzten per Hubschrauber nicht zugänglich. Auch nach vielen Massenkarambolagen in dichtem Nebel, können Rettungshubschrauber wegen der schlechten Sicht nicht zum Unfallort gelangen. Denn bisher sind die Fluggeräte nicht für einen Einsatz bei Nacht, Nebel, Regen oder Schneefall ausgerüstet. Daher hatten auch die meisten Hubschrauberunglücke der letzten Jahre ihre Ursache in der Kollision mit - nicht rechtzeitig erkannten - Hindernissen wie Masten, Hochspannungsleitungen, Bergen oder Bäumen.

Mit HeliRadar wären die Unglücke vermeidbar gewesen. Denn das neuartige Sichtsystem, das die nominierten Forscher entwickelt haben, ermöglicht Hubschrauberpiloten erstmals einen sicheren Flug auch bei Dunkelheit und schlechten Wetterverhältnissen.

Rotierende Antennen und ein Superrechner

Die Technologie von HeliRadar kombiniert ein neuartiges Radarsystem mit weiteren technischen Innovationen. Das Radargerät basiert auf rotierenden Antennen. Die Forscher verbanden es mit einer leistungsfähigen Sende- und Empfangselektronik, einem Übertragungssystem für hohe Datenraten vom Rotor zur Zelle des Helikopters und einem kleinen Supercomputer. Der liefert aus den Messdaten blitzschnell mehrere aktuelle Radarbilder pro Sekunde. Seine Funktionsfähigkeit konnte das System beispielsweise in einer Messkampagne in Bayern unter Beweis stellen, wo es Hochspannungsleitungen frühzeitig und zuverlässig erkannte.

Bislang haben die Entwickler 13 Patente angemeldet und erhalten. Weitere Patentanträge sind in Vorbereitung. Bis ein erster Prototyp eines mit dem HeliRadar ausgerüsteten Hubschraubers fertig gestellt ist und im Einsatz erprobt werden kann, werden voraussichtlich noch etwa drei Jahre vergehen. Ende 2001 soll die Serienfertigung beginnen.

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