Umweltverträglicher und ressourcenschonender Fahrzeugantrieb auf Brennstoffzellenbasis

(v.l.n.r.) Dr. Werner Tillmetz, Dr. Jürgen K.-H. Friedrich, Dr. Günther Dietrich

Dr. Günther Dietrich (Sprecher)
Dr. Jürgen K.-H. Friedrich
Dr. Werner Tillmetz

Daimler-Benz AG / Projekthaus Brennstoffzelle, Stuttgart

Dank enormer technischer Fortschritte sind Automobile in den letzten Jahrzehnten immer sauberer geworden. Doch welche Technologie ermöglicht es, mit einem Auto ganz ohne umwelt- oder klimaschädliche Emissionen zu fahren?

Fahrzeuge, die von einem Elektromotor angetrieben werden und den Strom dafür aus einer Brennstoffzelle beziehen, erfüllen dieses Kriterium. Das Team um Günther Dietrich, Jürgen K.-H. Friedrich und Werner Tillmetz ist führend bei der Entwicklung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Günther Dietrich ist im Projekthaus Brennstoffzelle der Stuttgarter Daimler-Benz AG verantwortlich für die Entwicklung für Kraftfahrzeuge geeigneter Brennstoffzellen-Komponenten und -systeme sowie seit September 1997 verantwortlicher Leiter der neu gegründeten abb fuel cell engines GmbH in Nabern.

Emissionsfreies Fahren erfordert neue Technologie

Die klassischen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wurden im Lauf ihrer Entwicklung erheblich verbessert - vor allem was ihre Umweltverträglichkeit und Sparsamkeit betrifft. Die Vision vom Autofahren ohne schädliche Emissionen lässt sich mit herkömmlichen Antrieben jedoch nicht realisieren. Denn neben geringen Mengen an gesundheitsschädlichen Stoffen emittieren die Motoren im Betrieb das klimaschädliche Gas Kohlendioxid. Anders bei Fahrzeugen, die ihre Energie statt durch Verbrennen von Benzin oder Dieselkraftstoff aus Brennstoffzellen beziehen.

In einer Brennstoffzelle reagieren Sauerstoff aus der Luft und Wasserstoff chemisch miteinander. Als Produkt entsteht dabei - neben elektrischem Strom und Wärme - lediglich Wasserdampf. Der Strom lässt sich nutzen, um einen Elektromotor zu betreiben. Der ist nicht nur sauber, sondern auch sehr leise.

Schrumpfkur für die Brennstoffzellen

Eine Projektgruppe um die drei nominierten Forscher hat die Brennstoffzellentechnologie für Autos in mehreren Schritten zur Praxistauglichkeit gebracht. Ein 1994 vorgestellter Mercedes-Transporter war das weltweit erste Elektrofahrzeug ohne Batterie, das seinen Strom aus Brennstoffzellen bezog. Diese füllten den gesamten Laderaum. Im neuesten, im Herbst 1997 präsentierten Prototyp auf Basis der Mercedes-A-Klasse hingegen rauben die kompakten Brennstoffzellen kaum noch Platz. Den benötigten Wasserstoff gewinnt in dem Wagen namens NECAR III ein chemischer Reformer direkt an Bord aus Methanol.

Die Entwicklung der Brennstoffzelle zum fahrzeugtauglichen Energiewandler ist durch mehr als 100 Patente und Patentanmeldungen geschützt. Derzeit machen die Forscher und Entwickler bei Daimler-Benz die Technologie fit für den Einsatz in serientauglichen und mit konventionellen Autos wettbewerbsfähigen Wagen. Ziele sind dabei die technische Optimierung der Brennstoffzelle, und die Senkung der Herstellungskosten.

Das Vorschlagsrecht zum Deutschen Zukunftspreis obliegt den führenden deutschen Einrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Stiftungen.

Das Projekt "Umweltverträglicher und ressourcenschonender Fahrzeugantrieb auf Brennstoffzellenbasis" wurde vom Deutschen Patentamt vorgeschlagen.

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1997 Erklärfilm ZDF Team 3

Umweltverträglicher und ressourcenschonender Fahrzeugantrieb auf Brennstoffzellenbasis
Dr. Günther Dietrich
Dr. Jürgen K.-H. Friedrich
Dr. Werner Tillmetz

Lebenslauf

Dr. Günther Dietrich

5.07.1942
geboren in Stuttgart - Bad Cannstatt
1956 – 1959
Lehre als Fernmeldemonteur bei der Firma SEL AG
1959 – 1963
Tätigkeit als Labormechaniker im Vermittlungstechniklabor bei SEL AG, Stuttgart
1960 – 1964
parallel hierzu Besuch des Abendgymnasiums der VHS, Abitur als Abschluß
1964 – 1970
Studium der Physik an der Universität Stuttgart mit dem Schwerpunkt Festkörperphysik
1970 – 1975
Leiter der anorganischen Kristallzucht der Uni Stuttgart; Promotion zum Dr. rer. nat.; Thema: organische Halbleiter
seit 1975
Bei der Firma Dornier System in der angewandten Forschung verantwortlich tätig, u. a. in den Bereichen selektive Solarabsorberschichten, photovoltaische Systeme, Hochtemperaturelektrolyse, Entwicklung elektrochemischer Komponenten
seit 1987
Leiter der Abteilung elektrochemische Energiewandler; dabei verantwortlich für die Brennstoffzellentechnik des europäischen Raumgleiters „Hermes“, die Entwicklung von Superkodensatoren und Niedertemperaturelektrolyse
seit 1991
verantwortlich für die Entwicklung von Brennstoffzellen-Komponenten und -systeme für die Kfz-Anwendung
seit 1997
„Projekthaus Brennstoffzelle“ der Daimler Benz AG: verantwortlich für die Entwicklung Kfz-geeigneter Brennstoffzellen-Komponenten und -systeme
seit Sept. 1997
Verantwortlicher Leiter der Technik in der neu gegründeten Firma „abb fuel cell engines GmbH “ mit Sitz in Naben

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