Staatssekretär Ingmar Jung besuchte die Preisträger des Deutschen Zukunftspreises 2015 in Gießen

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(v.l.n.r.) Dr. Johannes-Peter Stasch, Dr. Joybrato Mukherjee, Prof. Dr. Ardeschir Ghofrani, Staatssekretär Ingmar Jung. Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, Dr. Reiner Frey (Foto: JLU-Pressestelle/ Katrina Friese)

Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), Ingmar Jung, besuchte die Preisträger des Deutschen Zukunftspreises 2015 in Gießen. Dort traf er in der Justus-Liebig-Universität Prof. Dr. Ardeschir Ghofrani, Dr. Reiner Frey und Prof. Dr. habil. Johannes-Peter Stasch. Sie haben eine Therapie für zwei Formen des Lungenhochdrucks entdeckt und entwickelt und wurden dafür im vergangenen Herbst von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Preis ausgezeichnet. Um über das Excellence Cluster Cardio Pulmonary System (ECCPS) zu berichten, nahm Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger an dem Gespräch teil.

Präsident der JLU, Prof. Dr. Joybrato Mukherjee begrüßte die Gäste und verwies auf darauf, dass der Deutscher Zukunftspreis natürlich als besondere Ehre empfunden wird, aber auch eine enorme strategische Bedeutung hatte: Am Tag nach der Preisverleihung erfolgte die Begutachtung für einen neuen Sonderforschungsbereich zu „Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale“ durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und irgendwie schien der Preis für das Team um Prof. Ghofrani ein gutes Omen gewesen zu sein, denn inzwischen gibt es die Zusage. Dieser greife, so Prof. Mukherjee, genau das Innovationspotential auf, wofür auch der Preis des Bundespräsidenten galt und ermögliche weitere intensive Forschungen.
Die Dreiergruppe stehe zudem für eine ideale Vernetzung von Pharmaindustrie und wissenschaftlichen Einrichtungen wie den Universitäten. Die erfolgreiche Partnerschaft zeige, die besondere Leistung und wie die Wertschöpfungskette von der Findung einer neuen Substanz hin bis zur Zulassung eines neuen Medikaments gestaltet werden könne. Sowohl der Preis als auch seine Folgen seien Rückenwind für die anstehenden Exzellenzinitiativen.

Prof. Johannes-Peter Stasch stellte den Beteiligten den wissenschaftlichen Hintergrund der Entwicklung des Wirkstoffes vor und betonte, dass diese Ergebnisse ohne die Zusammenarbeit und den Enthusiasmus auch der Kollegen in Gießen kaum möglich gewesen seien. Sein Fazit war, dass dieses Modell der Zusammenarbeit prägend für die Arzneientwicklung der Zukunft sein sollte.

Dieses Statement nahm Prof. Ghofrani in seiner nachfolgenden Darstellung auf und berichtete, dass dieses Muster einer strategischen Allianz zwischen Pharmaindustrie und universitär basierter klinischer Forschung auch als Vorbild gesehen würden, um daraus neuen Förderungsprogramme abzuleiten. Er erläuterte die bisherigen Therapiemöglichkeiten des Lungenhochdrucks und die Verbesserung der Lebensqualität, die sich durch das neue Medikament für die Patienten ergeben. Im Zusammenschluss mit weiteren Einrichtungen, dem Forschungsdreieck des ECCPS in Mittelhessen, sind für die Patienten optimale Behandlungsmöglichkeiten gegeben. Diese Konstellation ist auch ein Anziehungspunkt für Wissenschaftler und Studenten, wie die Bewerbungen ausweisen und ein Beleg für die Relevanz der Forschungsarbeiten. Prof. Grimminger stellte fest, dass mit dieser Konstellation für die deutsche Forschung Bedingungsgleichheit mit den großen amerikanischen Forschungs- und Klinikeinrichtungen hergestellt sei.

Prof. Ghofrani betonte nochmals, dass die Nominierung und dann der Gewinn des Deutschen Zukunftspreises ein ungeheurer Motivationsschub für das gesamte Team gewesen sei.

Staatssekretär Ingmar Jung beglückwünschte das Team nochmals zum Deutschen Zukunftspreis und hob hervor, dass die Politik, das Land, vielleicht gewisse Rahmenbedingungen schaffen könne, die Leistung aber beim Team liege.