Neu in der Ausstellung zum Deutschen Zukunftspreis im Deutschen Museum: „Binaurale Hörgeräte“ – das Modul zur Preisvergabe 2012

Im Deutschen Museum in München besteht seit 2006 eine Dauerausstellung zum Deutschen Zukunftspreis. Weit über eine Million Besucher haben seitdem die jeweils zehn jüngsten preisgekrönten Projekte und die „hall of fame“ der Preisträger besichtigt.

Heute wurde das Modul der Preisträger Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Prof. Dr. Volker Hohmann und Dr. Torsten Niederdränk vom Institut für Physik und Exzellenzzentrum für Hörforschung, Universität Oldenburg und der Siemens AG, München in die Ausstellung integriert. Das Team erhielt für ihr Projekt „Binaurale Hörgeräte – räumliches Hören für alle“ von Bundespräsident Joachim Gauck den Deutschen Zukunftspreis 2012.

Mit der prämierten Technologie wird die Lebensqualität von Schwerhörigen deutlich verbessert und eine normale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für sie wieder besser möglich.

Den ausgezeichneten Forschern ist es gelungen, die technologische Basis für neuartige Hörsysteme zu schaffen, bei denen zwei Hörgeräte in beiden Ohren gekoppelt und entsprechend des individuellen Hörschadens aufeinander abgestimmt sind. Zudem lassen sich mithilfe eines neuartigen Diagnoseverfahrens Hörfehler von Betroffenen gezielt kompensieren. Dies erlaubt hörgeschädigten Menschen zukünftig, in akustisch „schwierigen“ Umgebungen besser zu hören – etwa in Räumen mit Nachhall,oder lauten Hintergrundgeräuschen.

Das neue Ausstellungsmodul nimmt die gestalterischen Vorgaben der Ausstellung auf und beleuchtet die zentralen Facetten des Projektes: Im sogenannten Einfallstorkann der Besucher einen Avatar durch ein akustisches Szenario navigieren. Dabei erfährt er mit den eigenen Ohren, was Binauralität bedeutet.

In einzelnen Vitrinen werden das Prinzip des beidohrigen (binauralen) Hörens und die Übertragung dieses Prinzips auf moderne Hörgerätetechnik dargestellt. An exemplarischen historischen Beispielen wird die Entwicklung der Hörgeräte vom Hörrohr über analoge Hörgeräte bis zu den binauralen Hörgeräten der digitalen Zeit deutlich: die Hörgeräte werden kleiner, leichter und immer leistungsfähiger. Überragt werden die Vitrinen des Moduls von einem Kunstkopf, der in der Forschung zu Hörmessungen verwandt wird.

Generaldirektor Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl enthüllte gemeinsam mit Anne von Fallois, Abteilungsleiterin Inland im Bundespräsidialamt und den Preisträgerndie innovative Installation. Ein großes Anliegen des Preisträgerteams ist es, der Schwerhörigkeit das gesellschaftliche Stigma zu nehmen.

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