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Deutscher Zukunftspreis 2013 - Festliche Preisverleihung in Berlin

(v.l.n.r.) Dr. rer. nat. Jens König, Bundespräsident Joachim Gauck, Dr. sc. nat. Dirk Sutter, Prof. Dr. rer. nat. Stefan Nolte

Bundespräsident Joachim Gauck hat heute Abend in Berlin die Entwickler des Projektes „Ultrakurzpulslaser für die industrielle Massenfertigung - produzieren mit Lichtblitzen“ mit dem Deutschen Zukunftspreis 2013 ausgezeichnet.

Dr. Jens König, Prof. Dr. Stefan Nolte und Dr. Dirk Sutter erhielten dem mit 250.000 Euro dotierten Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation für ihre Arbeiten mit Ultrakurzpulslasern. Das Team entwickelte Werkzeuge auf der Basis von Lasern, die das Licht in Form ultrakurzer und energiegeladener Pulse aussenden. Dadurch ebneten sie den Weg für eine schnelle, zuverlässige und sehr präzise Bearbeitung unterschiedlichster Materialien – und zur Fertigung neuartiger Produkte.

Laser eignen sich hervorragend etwa zum Bohren oder Schneiden von Werkstoffen wie Metall, Glas oder Kunststoff. Allerdings ist die Genauigkeit der Bearbeitung bei der Nutzung herkömmlicher Laser begrenzt. Denn der Lichtstrahl erhitzt den bearbeiteten Werkstoff, der dadurch schmilzt und nur teilweise verdampft. Da sich das Verhalten der Schmelze technisch schwer beherrschen lässt, können Grate oder Wölbungen entstehen. Häufig ist deshalb eine Nachbearbeitung erforderlich.

Durch den Einsatz von Ultrakurzpulslasern lässt sich das vermeiden. Da deren Lichtpulse nur wenige Piko- oder Femtosekunden kurz, aber sehr energiereich sind, wirkt das Laserlicht hoch konzentriert auf das Material ein. Die Folge: Material, das von einem solchen Laserpuls getroffen wird, verdampft ohne Übergang in eine Schmelze. Der Abtrag erfolgt präzise nur dort wo er soll, Mikrometer für Mikrometer. Störende Effekte bleiben durch die „kalte“ Bearbeitung aus, wodurch eine Bearbeitung mit höchster Präzision auf kleinstem Raum möglich ist. Ein aufwendiges, oft ausschussbehaftetes und teures Nachbessern der Produkte ist nicht erforderlich.

Stefan Nolte legte mit der Erforschung der grundlegenden physikalischen Effekte die Wissensbasis für den Einsatz von Ultrakurpulslasern in der Präzisionsbearbeitung. Dirk Sutter entwickelte mit seinem Team die weltweit ersten und bis heute leistungsfähigsten industriellen Ultrakurzpulslaser. Jens König und seine Mitarbeiter bei Bosch erforschten die genauen Anforderungen und spezifizierten gemeinsam mit TRUMPF den Laser, damit dieser allen Aspekten der Materialbearbeitung genügte. Zudem konstruierte Bosch die Systemtechnik für die zuverlässige industrielle Fertigung vieler Produkte – zum Beispiel von Einspritzdüsen für Motoren mit extrem feinen Spritzlöchern.

Der Bundespräsident ehrt mit der Auszeichnung herausragende technische, ingenieur- und naturwissenschaftliche Leistungen, die zu anwendungsreifen Produkten führen.
Licht war das bestimmende Thema des Abends, denn auch die weiteren Projekte der Endauswahl zeigten auf, dass die Innovationen in der Fotonik derzeit ein bedeutendes Element der industriellen Entwicklung in Deutschland sind.

Ebenfalls nominiert für den Deutschen Zukunftspreis waren:

Dipl.-Ing. Rainer Pätzel, Dr. Ralph Delmdahl und Dr. Kai Schmidt
mit ihrem Projekt „Kristalline Schaltschichten für lebendige Displays - bye, bye Pixel!“

sowie

Prof. Dr. Wolfgang Schnick und Dr. Peter J. Schmidt
mit ihren Arbeiten zu „Energiesparende Festkörperchemie - neue Materialien beleuchten die Welt“.

Die gehören zum „Kreis der Besten“ und wurden von Bundespräsident Joachim Gauck mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Statements der Gewinner als Video und Podcasts finden Sie hier.