Start in die Endrunde des 13. Deutschen Zukunftspreises

Zum 13. Mal wird in diesem Jahr der Deutsche Zukunftspreis verliehen; Bundespräsident Horst Köhler übergibt am 2. Dezember 2009 die Trophäe an das Gewinnerteam.
Im September wird man dann erfahren, wer es in die Endauswahlrunde, des begehrten „Innovations-Oscars“ geschafft hat.

Staatssekretär Dr. Gert Haller und Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Günter Stock geben am 22. September 2009, 11.00 Uhr, im Schloss Bellevue die Nominierungen für die 13. Verleihung des Deutschen Zukunftspreises, des Preises des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, bekannt. Die nominierten Teams stellen ihre Projekte vor.

Ausführliche Informationen über die Projekte und Pressematerialien stehen anschließend im Internet unter www.deutscher-zukunftspreis.de zur Verfügung.

Am 28. Oktober 2009, 19.00 Uhr, stellen die Nominierten der diesjährigen Endauswahlrunde ihre Innovationen im Deutschen Museum in München vor. Karten zu dieser öffentlichen Veranstaltung im Rahmen der Wintervorträge können über das Deutsche Museum www.deutsches-museum.de bezogen werden.

Am Abend des 2. Dezember 2009 steht fest, welches Projekt und Team mit dem Deutschen Zukunftspreis 2009 ausgezeichnet wird.
Bundespräsident Horst Köhler übergibt die begehrte Trophäe in einer festlichen, von Maybrit Illner moderierten, Veranstaltung. Zahlreiche Gäste werden der Präsentation der Projekte und dem Gespräch des Bundespräsidenten mit den Nominierten über die Bedingungen von gelingenden Innovationen in der Bundesrepublik folgen.
Die Preisverleihung wird am Abend des 2. Dezember ab 22.15 Uhr vom ZDF ausgestrahlt.

Der Stoff aus dem die Zukunft ist …

Prämierte wie nominierte Projekte des Deutschen Zukunftspreises sind nicht nur innovativ, sie versprechen zudem weitere Entwicklungen.

In loser Folge werden wir über den Fortgang nominierter Projekte berichten und die Lebens- und Berufswege der Beteiligten weiter verfolgen.
Diese Sammlung erhebt keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit. Wir würden uns aber freuen, wenn wir mit Ihrer Hilfe auch dazu weitere Informationen bekommen.

Nominiert 2007: Dr. Andrea Brüggemann, Dr. Niels Fertig und Prof. Dr. Jan Behrends
Nanion Technologies, München

Ein großer Augenblick für Dr. Andrea Brüggemann, Dr. Niels Fertig und Prof. Dr. Jan Behrends: Am 30. Juni nahmen die drei führenden Köpfe der Nanion Technologies GmbH in München den Deutschen Gründerpreis 2009 in der Kategorie Aufsteiger entgegen.

Anderthalb Jahre zuvor standen die drei Forscher und Unternehmer schon einmal im Rampenlicht: 2007 war das Team für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Seine Innovation: eine mikrochipbasierte Technologie, die es ermöglicht, die Patch-Clamp-Methode – ein etabliertes, aber sehr aufwendiges und teures Verfahren zum Testen der Wirksamkeit von Medikamentenwirkstoffen an so genannten Ionenkanälen – zu automatisieren und zu parallelisieren. Das beschleunigt die Entwicklung von Medikamenten gegen etliche Krankheiten wie Diabetes oder Herzrhythmusstörungen und senkt die Kosten dafür deutlich.

Der Gewinn des Deutschen Zukunftspreises blieb dem Team des 2002 aus der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität ausgegründeten Unternehmen zwar verwehrt, doch allein die Nominierung für die renommierte Auszeichnung war für Brüggemann, Fertig und Behrends von unschätzbarem Wert. „Das wirkte wie ein Ritterschlag“, sagt Niels Fertig. „Er signalisierte potenziellen Kunden, Kooperationspartnern und Förderern: Nanion ist ein extrem innovatives und zukunftsträchtiges Unternehmen.“

Diesem Ruf wird die im Herzen von München angesiedelte Firma auch weiterhin eindrucksvoll gerecht. So wird Nanion Ende 2009 ein neues Produkt auf den Markt bringen, das die Möglichkeiten einer schnellen und kostengünstigen Entwicklung von Arzneimitteln noch einmal enorm verbessert. Mit dem Analyseroboter „SyncroPatch 96“ lassen sich 96 Wirkstoffkandidaten gleichzeitig auf ihre Wirksamkeit an Zellproben testen. „Damit kann man rund 5000 Datensätze pro Tag erstellen“, sagt Fertig – zehnmal so viel wie mit dem bisherigen „Aushängeschild“ des Unternehmens, dem 8-kanaligen „Patchliner“.

Auch die Tür zu neuen Anwendungsmöglichkeiten ihrer Technologie haben die Münchner Forscher inzwischen aufgestoßen: „Neben echten Körperzellen können Biologen und Pharmakologen unsere Geräte nun auch an künstlichen Zellen, so genannten Lipid-Vesikeln, einsetzen“, berichtet Nanion-Geschäftsführer Niels Fertig. Die Vorteile: Auch Ionenkanäle, die für herkömmliche Untersuchungsmethoden nicht zugänglich sind, lassen sich so für die Entwicklung von Arzneimitteln nutzen. Und die Messungen werden einfacher, da die Forscher nicht mehr - wie bei einer realen Zelle - eine Vielzahl von physiologischen Merkmalen berücksichtigen müssen. Niels Fertig: „Was als wissenschaftliche Spielerei begann, stößt nun bei vielen unserer Kunden auf enormes Interesse.“

Die Kunden von Nanion – je etwa zur Hälfte akademische Einrichtungen und Pharma- oder Biotechnologieunternehmen – sitzen überall auf der Welt, vor allem in Europa, Amerika und Asien. Ende 2008 eröffnete Nanion ein Tochterunternehmen im US-Bundesstaat New Jersey, um einen direkten Draht zu den dort ansässigen Pharmafirmen zu erhalten. „Besonders viele neue Geschäftspartner gewinnen wir zurzeit in Indien, wo der Pharmamarkt gewaltig wächst“, berichtet Fertig. Trotzdem gibt es immer noch weiße Flecken auf der Landkarte – etwa in Russland, wo Nanion gerade erst beginnt, für seine Produkte zu werben.

Es gibt also genug Potenzial für das Unternehmen, um die Erfolgsgeschichte weiter fortzuschreiben. Die Mitarbeiter – ihre Zahl ist seit der Nominierung für den Deutschen Zukunftspreis 2007 von 20 auf 30 gestiegen – erwirtschafteten 2008 einen Umsatz von 3,2 Millionen Euro – rund 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Auch 2009 wird der Umsatz weiter wachsen“, verspricht Niels Fertig – und das trotz der weltweiten Wirtschaftskrise, wie er betont. „Gerade in Zeiten, in denen viele Pharmaunternehmen an der Kostenschraube drehen, sind unsere Produkte, die eine höhere Effizienz ermöglichen, stark gefragt.“ Daher sieht sich Fertig gut gerüstet für die kommenden Jahre. Seine Maxime: „Die beste Zukunftsstrategie ist es, ständig neue Innovationen zu schaffen und daraus hochwertige Produkte zu entwickeln.“

Über Preisträger und Projekte des Deutschen Zukunftspreises

Ebenso erfolgreich wie spannend sind die beruflichen Entwicklungen und persönlichen Biografien der Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Zukunftspreises.
In unregelmäßiger Folge werden wir künftig darüber berichten und die Erfolge der prämierten Projekte begleiten.

Ehrungen, Ehrungen, Ehrungen…

Professor Dr. Karlheinz Brandenburg, Preisträger des Deutschen Zukunftspreises 2000, Leiter des Fraunhofer Institutes für Digitale Medientechnologie an der Universität IIlmenau, wurde mit der Ehrendoktorwürde Dr. rer. nat. h.c. der Universität Koblenz-Landau für seine herausragenden Leistungen im Bereich der Audiocodierung geehrt.

Professor Dr. Peter Grünberg, Nobelpreisträger und Preisträger des Deutschen Zukunftspreises 1998, Inhaber zahlreicher Auszeichnungen, erfuhr weitere Ehrungen: So erhielt er im Oktober 2008 die Rudolf Diesel Medaille. Diese Auszeichnung wird alle zwei bis vier Jahre für wirtschaftlich erfolgreiche Erfindungen und Innovationen verliehen. Sie wurde von einem Sohn Rudolf Diesels, Dr. Eugen Diesel, 1952 ins Leben gerufen und gilt seitdem als besondere Anerkennung für Erfinder, die mit ihrem Erfolg zum Wohl der Gesellschaft beitragen.

Im Dezember 2008 erhielt Professor Grünberg den Minerva-Preis des Fördervereins Museum Jülich. Mit diesem Preis werden alle zwei Jahre Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich im Spannungsfeld von Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft um die Stadt Jülich verdient gemacht haben.


Professor Dr. Stefan W. Hell, Preisträger des Deutschen Zukunftspreises 2006 und des Leibniz Preises der DFG wurde soeben mit dem Otto-Hahn-Preis geehrt.

Der Direktor des Göttinger Max-Planck-Institutes für biophysikalische Chemie in Göttingen erhält den mit 50.000 Euro dotierten Preis für die Entwicklung der „STED-Mikroskopie“. Die alle zwei Jahre verliehene Auszeichnung wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Stadt Frankfurt gemeinsam getragen und dem Preisträger im November in der Paulskirche überreicht.

Schon im letzten Jahr erhielt Professor Hell auch den Niedersächsischen Staatspreis. In seiner Laudatio verwies Ministerpräsident Christian Wulff seinerzeit darauf, dass Hell gezeigt habe, dass Mut und Forschdrang auch gegen Widerstände bestehen können. Professor Hell hatte mit seinen zunächst sehr ungewöhnlich scheinenden Ideen das Lehrbuchwissen auf den Kopf gestellt und mit seiner Erfindung der STED- (Stimulated Emission Depletion) Mikroskopie die Grundlage für entscheidende Erkenntnisse kommender Forschergenerationen gelegt.

Das Fachmagazin „Nature Methods“ kürte die von Professor Hell entwickelte ultrahochauflösende Fluoreszensmikropskopie zur Methode des Jahres 2008.

Der vielfach ausgezeichnet Wissenschaftler bleibt der deutschen Forschung erhalten; einen Ruf aus Harvard lehnte Professor Hell Ende 2008 ab.

Die Firma Osram, deren Projekt „Licht aus Kristallen - Leuchtdioden erobern unseren Alltag“, das gemeinsam mit dem Fraunhofer- Institut Jena entwickelt wurde, 2007 den Deutschen Zukunftspreis erhielt, wurde 2008 mit dem erstmalig verliehenen Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Produkte“ ausgezeichnet.

Der Preis prämiert Unternehmen, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden – und nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum nutzen.
Berufungen

Privatdozentin Dr. Martina Pohl, Preisträgerin des Deutschen Zukunftspreises 2002, wurde im September 2008 zur außerplanmäßigen Professorin am Institut für Molekulare Enzymtechnologie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf ernannt

Prof. Dr. Roland Thewes, Träger des Deutschen Zukunftspreises 2004, hat seit März 2009 einen Lehrstuhl in Fachbereich Messtechnik, Sensorik und Aktuatorik an der Technischen Universität Berlin inne. Professor Thewes wurde zudem in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech gewählt.

Berufungen

Privatdozentin Dr. Martina Pohl, Preisträgerin des Deutschen Zukunftspreises 2002, wurde im September 2008 zur außerplanmäßigen Professorin am Institut für Molekulare Enzymtechnologie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf ernannt

Prof. Dr. Roland Thewes, Träger des Deutschen Zukunftspreises 2004, hat seit März 2009 einen Lehrstuhl in Fachbereich Messtechnik, Sensorik und Aktuatorik an der Technischen Universität Berlin inne. Professor Thewes wurde zudem in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech gewählt.

Neue Runde: Ausschreibung zum Deutschen Zukunftspreis 2010

Die Geschäftsstelle des Deutschen Zukunftspreises hat bereits die Ausschreibung für den Deutschen Zukunftspreis 2010 eröffnet: Die vorschlagsberechtigten Institutionen wurden gebeten, ihre Einreichungen für die Jury bis zum 29. Januar 2010 vorzulegen.

Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ist kein „Bewerbungspreis“. Gemäß den Statuten sind die vorschlagsberechtigten Institutionen aufgerufen, der Jury bis zu drei Vorschläge pro Ausschreibung vorzustellen. Zu den vorschlagsberechtigten Institutionen zählen die großen Wissenschafts- und Wirtschaftsorganisationen in Deutschland.

Der Deutsche Zukunftspreis, der seit 1997 vergeben wird, gehört zu den wichtigsten Wissenschaftsauszeichnungen in Deutschland und gilt inzwischen als deutscher „Innovations-Oscar“. Ausgezeichnet werden Innovationen, bei denen - ausgehend von exzellenter Wissenschaft – marktfähige Produkte entstehen. Der Deutsche Zukunftspreis unterstreicht die enge Verbindung zwischen Idee und Umsetzung, zwischen kreativer Spitzenleistung und wirtschaftlichem Erfolg.

Die vorschlagsberechtigten Institutionen identifizieren zunächst in ihrem jeweiligen Umfeld herausragende Projekte; es ist aber jedem Forscher oder Entwicklerteam unbenommen, eine der Organisationen auf sein Projekt aufmerksam zu machen. In jeder dieser Organisationen steht den Teams ein Ansprechpartner mit Rat und Hilfe zur Verfügung.

Ein Projekt kann eine Zulassung zur Auswahlrunde nur erlangen, wenn es die in den Statuten vorgeschriebenen Kriterien erfüllt. Wesentlich sind innovative Leistung, die Patentfähigkeit und die bereits erzielte oder sich abzeichnende Umsetzung, die langfristig auch zu Schaffung von Arbeitsplätzen führen muss.
Als Anhaltspunkt für die Zusammenstellung der Vorschlagsmaterialien ist im Internet unter „Organisation“ ein Leitfaden zur Ausschreibung hinterlegt.
Die Entscheidung, ob ein Projekt der Jury vorgeschlagen wird, obliegt ausschließlich den vorschlagsberechtigten Institutionen. Dort findet ein erster, intensiver Auswahlprozess statt. Es ist daher Interessenten angeraten, sich rechtzeitig mit dem Ansprechpartner einer Organisation in Verbindung zu setzen.