Durch Gesamtinvestition von rund 550 Mio. entstehen 800 Arbeitsplätze für Bosch-Beschäftigte.
Am Donnerstag, dem 18. März 2010 besuchte Bundespräsident Horst Köhler die Preisträger des Deutschen Zukunftspreises in Reutlingen und eröffnete im Anschluss die neue Halbleiterfertigung der Robert Bosch GmbH.
Mit ihren „Smarte Sensoren“ für den Einsatz in Konsumelektronik, Industrie und Medizin hatten sich Dr. Jiri Marek, Dr. Michael Offenberg und Dr. Frank Melzer 2008 in der Endrunde des Deutschen Zukunftspreises durchgesetzt und die begehrte Auszeichnung erhalten. Auf Basis ihrer langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet der mikroelektromechanischen Systeme (MEMS) gelang es den Forschern und Entwicklern bei Bosch, Sensoren zu entwerfen, die den Anforderungen der Konsumelektronik entsprechen: Kleiner, preisgünstiger und in großer Zahl herstellbar – das waren die gewünschten Parameter. Durch mehrere neue Prozesse, beispielsweise Ätzen und Abscheiden des Materials, schufen die Forscher die Grundlage dafür, dass sich die vorhandene Oberflächen-Mikromechanik für eine kostengünstige industrielle Produktion großer Stückzahlen von kleinen und sparsamen Sensoren einsetzen lässt.
Bundespräsident Horst Köhler informierte sich “vor Ort“ über die Fortentwicklung des prämierten Projektes und dessen Umsetzung in weitere marktfähige Produkte: Marktreife und damit langfristig verbunden die Schaffung von Arbeitsplätzen sind in den Statuten wesentliche Kriterien für die Auswahl des Preisträger des Deutschen Zukunftspreises. Die Preisträger berichteten dem Bundespräsidenten über die neuen Produkte und deren Markterfolg.
Für die Weiterentwicklung der Basisinnovation gründete Bosch ein Tochterunternehmen, die Bosch Sensortec GmbH in Reutlingern aus, die mikromechanische Sensoren sowie deren Applikationen für die Bereiche Consumer Electronics, Sicherheitssysteme und Logistik vertreibt. Zur Produktpalette gehören bislang dreiachsige Beschleunigungssensoren sowie Drucksensoren. Beschleunigungssensoren schützen zum Beispiel Festplatten in Laptops vor Erschütterungen; Handys lassen sich dank der Sensoren durch Bewegen des Gerätes bedienen; Drucksensoren sind eine Basis für die mobile Navigation.
Die Bosch GmbH kann durch diese Neuentwicklungen heute ein breites Spektrum an Sensoren anbieten – von Druck- über Beschleunigungs- bis zu Drehratensensoren, die Abnehmer in der Automobil- und Consumer-Electronics-Industrie finden; 2009 wurden mehr als 220 Millionen Sensoren gefertigt. Die neue Halbleiterfertigung, die Bundespräsident Horst Köhler in Anwesenheit hochrangiger Gäste jetzt in Reutlingen eröffnete, schafft zusätzliche produktionstechnische Kapazitäten für eine konsequente Umsetzung dieser Produkte.
